26 Sep. Die regenerative Kraft der Zellen: Autophagie zur Verlangsamung der Zeit
Unser Körper verfügt über außergewöhnliche Regenerationsmechanismen, die lange Zeit kaum verstanden wurden: Einer der faszinierendsten ist die Autophagie, ein Prozess, bei dem die Zellen beschädigte oder nicht mehr brauchbare Bestandteile beseitigen und sie recyceln, um Energie zu produzieren oder neue Strukturen aufzubauen, als wäre es eine Art Selbstreinigung, ein System, das den Organismus effizient hält.
Mit zunehmendem Alter verlangsamt sich die Autophagie jedoch, was zu einer Anhäufung von intrazellulären Abfallstoffen, zum Verlust der Gewebefunktionalität und zu einer erhöhten Anfälligkeit für chronische und degenerative Erkrankungen beiträgt… Wissenschaftliche Forschungen der letzten Jahre haben jedoch gezeigt, dass die Stimulierung und Erhaltung dieser Prozesse ein entscheidender Schlüssel zur Verlangsamung des biologischen Alterungsprozesses und zur Erhaltung der Vitalität sein kann.
Eine der wichtigsten Studien in diesem Bereich wurde in Nature veröffentlicht und hat gezeigt, dass die Verringerung der Autophagie in engem Zusammenhang mit einer Beschleunigung der Alterungsprozesse und dem Auftreten von altersbedingten Erkrankungen wie Neurodegeneration und Stoffwechselerkrankungen steht. Ohne eine ordnungsgemäße Reinigungsaktivität sammeln sich in den Zellen Schäden an, die im Laufe der Zeit ihre Leistungsfähigkeit beeinträchtigen und systemische Entzündungen verstärken.
Ein weiterer interessanter Forschungszweig betrifft den Zusammenhang zwischen Ernährung, Autophagie und Langlebigkeit: Studien zum intermittierenden Fasten haben gezeigt, dass dieser Ansatz, immer und nur unter Anleitung eines vertrauenswürdigen Ernährungsberaters, die autophagischen Mechanismen stärken und die Stoffwechselgesundheit und Zellfunktionalität verbessern kann.
Ebenfalls in Cell Metabolism wurde eine interessante Studie veröffentlicht, die zeigt, dass eine regelmäßige Reduzierung der Kalorienzufuhr die Geweberegeneration und eine höhere Widerstandsfähigkeit gegen oxidativen Stress fördert, zwei sehr wichtige Faktoren, um den biologischen Alterungsprozess zu verlangsamen.
Um die Autophagie zu fördern, können wir bestimmte Ernährungsstrategien anwenden, da einige Nährstoffe und bioaktive Verbindungen in bestimmten Lebensmitteln diese Prozesse direkt modulieren können. Beispielsweise haben die in Beeren, grünem Tee und reinem Kakao enthaltenen Polyphenole gezeigt, dass sie oxidativen Stress reduzieren und die Mitochondrienfunktion verbessern können, indem sie als echte Zellaktivatoren wirken.
Auch die Schwefelverbindungen, die in Lebensmitteln wie Knoblauch, Zwiebeln und Kreuzblütlern (wie Brokkoli, Kohl, Rosenkohl) enthalten sind, wurden aufgrund ihres positiven Einflusses auf die Autophagie untersucht. Ebenso tragen die in fettem Fisch und Leinsamen oder Chiasamen enthaltenen Omega-3-Fettsäuren zur Aufrechterhaltung eines günstigen Stoffwechselmilieus bei und haben sowohl auf kardiovaskulärer als auch auf zerebraler Ebene eine schützende Wirkung.
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Aufrechterhaltung eines Gleichgewichts der essentiellen Aminosäuren: Einerseits sind sie für den Erhalt der Muskelmasse und die Proteinsynthese unverzichtbar, andererseits kann ein chronischer Proteinüberschuss die Aktivierung autophagischer Prozesse hemmen. Daher muss die richtige Balance gefunden werden, die je nach Alter, Geschlecht, körperlicher Aktivität und individuellem Stoffwechselzustand variiert.
Neben den Aspekten der Ernährung können bestimmte Nahrungsergänzungsmittel die Autophagie und die Zellgesundheit unterstützen: Spermidin (ein Molekül, das in Lebensmitteln wie Hülsenfrüchten, Vollkorngetreide und fermentiertem Soja vorkommt) hat beispielsweise aufgrund seiner Fähigkeit, autophagische Prozesse zu stimulieren, das Interesse der Wissenschaft geweckt. Vorläufige Studien deuten darauf hin, dass eine regelmäßige Einnahme positive Auswirkungen auf die Langlebigkeit und die Gehirnfunktion haben kann.
Auch Substanzen wie Quercetin, Resveratrol und Berberin, die für ihre antioxidativen und entzündungshemmenden Wirkungen bekannt sind, werden aufgrund ihrer Rolle bei der Aufrechterhaltung der Selbstreinigungsmechanismen der Zellen erforscht: Es muss jedoch betont werden, dass jede Form der Nahrungsergänzung immer von einem Fachmann bewertet, auf die klinische Situation der Person abgestimmt und in einen maßgeschneiderten Plan integriert werden muss.
Bei der Colombo-Methode berücksichtigen wir stets Faktoren wie diese und verfolgen einen multidisziplinären Ansatz, der eine gründliche und umfassende Bewertung jeder einzelnen Person ermöglicht. Anhand spezifischer Analysen bewerten wir den Stoffwechselzustand, das hormonelle Gleichgewicht, die Darmgesundheit und die Entzündungsparameter, um ein vollständiges Bild der Situation zu erhalten, das es uns ermöglicht, gezielte Strategien zu entwickeln, die die Regenerationsprozesse des Organismus ohne Zwang stimulieren können.
Durch kleine, nachhaltige Veränderungen, die natürliche biologische Prozesse aktivieren, kann man synergetisch mit den zellulären Mechanismen arbeiten und dem Stoffwechsel das geben, was er braucht, um in Topform zu bleiben.
Die Autophagie erinnert uns daran, dass unser Körper niemals statisch ist, sondern jeden Tag Erneuerungsprozesse in Gang setzt, die wir durch unsere Entscheidungen fördern oder behindern können: Ernährung, Lebensstil und das Bewusstsein, mit dem wir uns um uns selbst kümmern, werden so zu wirkungsvollen Instrumenten, um Energie, Klarheit und Kraft im Laufe der Jahre zu bewahren.
Wenn Sie spüren, dass sich Ihr Körper verändert und Sie verstehen möchten, wie Sie ihn am besten unterstützen können, lade ich Sie ein, einen ersten Check-up in meinen Praxen in Lugano, Pontresina oder Zürich oder online zu buchen. Gemeinsam können wir Ihre Situation eingehend beurteilen und einen individuellen Plan erstellen, um Sie zu einer nachhaltigen und dauerhaften Veränderung zu begleiten, bei der Ihre tägliche Vitalität im Mittelpunkt steht.