Von der Mikrobiota zur Langlebigkeit: die Rolle der Metabiotika

Wie ich Ihnen in den letzten Artikeln berichtet habe, hat die Forschung zur Darmmikrobiota in den letzten Jahren einen außerordentlichen Sprung gemacht: Während bis vor kurzem das Augenmerk auf den Probiotika (also den guten Bakterien, die unseren Darm besiedeln) lag, richten Wissenschaftler heute ihr Interesse zunehmend auf das, was diese Mikroorganismen produzieren: die Metabiotika, kleine biologisch aktive Moleküle, die offenbar eine direkte Rolle bei Prozessen spielen, die mit Langlebigkeit, Entzündungen und Zellstoffwechsel zusammenhängen.

Dies ist eine wirklich unglaubliche Entwicklung in der Art und Weise, wie wir Darm- und Systemgesundheit verstehen, da Metabiotika alle Signale steuern und als echte molekulare Botenstoffe zwischen Darm, Immunsystem und Gehirn fungieren: Aus diesem Grund bedeutet das Verständnis ihrer Funktionsweise und der Förderung ihrer Produktion tatsächlich, eine neue Art des besseren Alterns zu verstehen.

Täglich wandeln Milliarden von Darmbakterien Ballaststoffe, Polyphenole und andere Nährstoffe in Substanzen um, die unsere Physiologie beeinflussen: Zu den wichtigsten gehören kurzkettige Fettsäuren (SCFA) wie Butyrat, Propionat und Acetat, die für das Wohlbefinden der Darmzellen, die Immunregulation und die Stoffwechselstabilität von grundlegender Bedeutung sind.

Wenn die Mikrobiota im Gleichgewicht ist, wirken diese Moleküle als epigenetische Regulatoren, die Gene aktivieren oder deaktivieren können, die an der Kontrolle von Entzündungen und Zellabwehrmechanismen beteiligt sind. Sie lehren den Körper im Wesentlichen, effizienter auf biologischen Stress zu reagieren und verlangsamen so die degenerativen Prozesse, die das Altern kennzeichnen.

Eine in Nature Aging veröffentlichte Studie hat gezeigt, dass bei langlebigen Personen das Profil der Mikrobiota durch eine größere Menge an Butyrat produzierenden Bakterien gekennzeichnet ist, einem Molekül, das offenbar Stoffwechselwege moduliert, die mit der mitochondrialen Energieproduktion und dem Schutz der DNA in Verbindung stehen und somit zu einer besseren Alterung beitragen.

Wie wir wissen, verändert sich die Zusammensetzung der Mikrobiota im Laufe der Jahre: Die bakterielle Vielfalt nimmt ab, proinflammatorische Arten nehmen zu und die Fähigkeit zur Produktion schützender Metabiotika nimmt ab: ein Phänomen, das als senile Dysbiose bekannt ist und in engem Zusammenhang mit dem sogenannten Inflammaging steht, d. h. der chronischen, leichtgradigen Entzündung, die mit dem Altern einhergeht.

Unsere Ernährung kann die Produktion dieser Substanzen erheblich beeinflussen: Präbiotische Ballaststoffe beispielsweise sind die bevorzugte Nahrung für SCFA-produzierende Bakterien und kommen in Lebensmitteln wie Hülsenfrüchten, Hafer, Chicorée, Topinambur, Knoblauch, Zwiebeln und Lauch, aber auch in frischem Obst und Vollkorngetreide vor.

Polyphenole, die in Lebensmitteln wie Beeren, grünem Tee, reinem Kakao, nativem Olivenöl extra und Gewürzen (Kurkuma, Ingwer, Rosmarin) enthalten sind, interagieren direkt mit der Mikrobiota, stimulieren die Produktion von entzündungshemmenden Metabiotika und verbessern die Darmpermeabilität.

Auch Omega-3-Fettsäuren, die in fettem Fisch, Nüssen und Leinsamen enthalten sind, fördern das Wachstum nützlicher Bakterien und modulieren die Kommunikation zwischen Mikrobiota und Immunsystem.

In einigen Fällen kann die Ergänzung mit Postbiotika, d. h. gereinigten Metaboliten aus probiotischen Bakterien, wie Butyrat oder Propionat in stabilisierter Form, eine wertvolle Unterstützung darstellen, insbesondere wenn das Darmgleichgewicht gestört ist oder das fortgeschrittene Alter die natürliche Synthesekapazität verringert.

Das Ziel ist in jedem Fall, die Mikrobiota zu ernähren, damit sie ihre eigenen Gesundheitsbotenstoffe produzieren kann und dem Körper seine Fähigkeit zur Selbstregulierung zurückgibt.

Bei der Colombo-Methode ist die Analyse der Mikrobiota einer der Grundpfeiler des Programms: Durch eine gründliche Untersuchung kann festgestellt werden, ob die Mikrobiota effizient arbeitet, ob sie ausreichende Mengen an Metabiotika produziert und wie diese den Entzündungs-, Stoffwechsel- und Hormonstatus des Patienten beeinflussen.

Auf dieser Grundlage wird dann ein maßgeschneidertes multidisziplinäres Protokoll erstellt, das funktionelle Ernährung, Strategien zur Stressreduzierung und Verbesserung der Schlafqualität, individuelle Trainingsprogramme und, falls erforderlich, gezielte nutrazeutische Unterstützung kombiniert, mit dem Ziel, dem Körper seine Fähigkeit zur korrekten Kommunikation zurückzugeben und den Dialog zwischen Darm, Gehirn und Immunsystem zu verbessern.

Dieser Ansatz ist das Ergebnis von über 20 Jahren Erfahrung und zielt auf das biologische Potenzial der Langlebigkeit ab, d. h. auf die Fähigkeit, die Prozesse der Zellregeneration und der adaptiven Reaktion aufrechtzuerhalten. Schließlich ist das Altern das Ergebnis Tausender von Mikrosignalen, die Tag für Tag bestimmen, wie unsere Zellen im Laufe der Zeit reagieren.

Sich sofort um seine Mikrobiota und ihre Fähigkeit zur Produktion von Metabiotika zu kümmern, bedeutet, präventiv zu handeln, bevor die Symptome des Alterns auftreten.

Wenn Sie das Gefühl haben, dass Ihr Körper nicht mehr die gleiche Energie hat, dass sich Ihre Verdauung verändert hat oder dass Ihre Vitalität anders ist als noch vor einigen Jahren, könnte es an der Zeit sein, einen Moment innezuhalten, auf Ihren Körper zu hören und anzufangen, sich um sich selbst zu kümmern, vielleicht indem Sie einen ersten Termin mit mir in meiner Praxis (ich empfange Sie in Lugano, Pontresina und Zürich) oder online vereinbaren, um gemeinsam einen Weg zu beginnen.

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