16 Juli Osteoporose weist ein eindeutiges bakterielles Profil auf.
Wenn wir an die Gesundheit unserer Knochen denken, kommen uns fast automatisch Kalzium, Vitamin D und Belastungssport in den Sinn, während wir selten an den Darm denken… Und doch zeigen Forschungsergebnisse der letzten Jahre einen direkten und messbaren Zusammenhang zwischen unserer Darmflora und der Knochenmineraldichte – eine Verbindung, die eine völlig neue Perspektive auf die Prävention von Osteoporose eröffnet, einer Erkrankung, von der jede dritte Frau und jeder fünfte Mann über 50 betroffen ist.
Der entscheidende Punkt ist, dass der Knochenmasseverlust nach den Wechseljahren – der in den ersten fünf Jahren nach dem Rückgang des Östrogenspiegels auf jährlich 2 % bis 2,5 % geschätzt wird – auch davon abhängt, wie unser Darm über Entzündungs- und Stoffwechselmediatoren, die wir heute präzise untersuchen können, mit dem Skelett kommuniziert.
Die erste Studie, die diesen Weg ebnete, wurde in Schweden durchgeführt und 2018 im Journal of Internal Medicine im Rahmen der ELBOW-Studie veröffentlicht – ELBOW steht für „Effects of Lactobacillus reuteri on Bone in Older Women“; Die Forscher verabreichten zwölf Monate lang den spezifischen Stamm Lactobacillus reuteri ATCC PTA 6475 einer Gruppe älterer Frauen mit geringer Knochenmineraldichte und verglichen diese mit einer Placebo-Gruppe. Der Mechanismus, der dieser Maßnahme zugrunde liegt, hängt mit den entzündungshemmenden Eigenschaften dieses Bakterienstamms zusammen: Eine chronische, leichtgradige Entzündung beschleunigt die Osteoklastogenese, d. h. die Bildung und Aktivierung von Osteoklasten, den für den Knochenabbau verantwortlichen Zellen. Daher bedeutet die Modulation dieser Entzündung durch die Mikrobiota einen direkten Eingriff in einen der Mechanismen, die den Knochenmasseverlust in der postmenopausalen Phase beschleunigen.
Eine zweite Studie, die diesmal in The Lancet Rheumatology veröffentlicht wurde, erweiterte den Blickwinkel durch die Verwendung einer Kombination aus drei verschiedenen Lactobacillus-Stämmen, die 249 Frauen in der Postmenopause zwölf Monate lang verabreicht wurden, mit dem primären Ziel, die Veränderung der Knochenmineraldichte im Bereich der Lendenwirbelsäule zu messen.
Die Ergebnisse zeigten eine signifikante Verringerung des Knochenabbaus in der behandelten Gruppe im Vergleich zur Placebo-Gruppe, was bestätigt, dass eine Beeinflussung der Darmmikrobiota zu einem durch Densitometrie messbaren Nutzen für das Skelettsystem führen kann.
Es ist wichtig zu betonen, dass sich die Forschung auf diesem Gebiet noch in der Entwicklung befindet, wobei einige nachfolgende Studien keine ebenso eindeutigen Ergebnisse reproduzieren konnten. Dies macht deutlich, inwieweit die Reaktion auf solche Maßnahmen vom jeweils verwendeten Bakterienstamm, von der Dosierung und von den individuellen Merkmalen jeder einzelnen Person abhängen kann.
Deutlich wird jedoch, dass die Mikrobiota einen wesentlichen Bestandteil der Knochenphysiologie darstellt und dass eine Dysbiose bereits lange bevor die Densitometrie eine ausgeprägte Veränderung anzeigt, einen Risikofaktor für Skelettfragilität darstellen könnte.
Aus ernährungsphysiologischer Sicht bedeutet die gleichzeitige Förderung der Gesundheit der Mikrobiota und der Knochengesundheit, an mehreren Fronten koordiniert vorzugehen: Die fermentierbaren Ballaststoffe aus Hülsenfrüchten, Hafer, Topinambur, Knoblauch und Zwiebeln dienen den Bakterien als Nahrung, die kurzkettige Fettsäuren produzieren; diese modulieren systemische Entzündungen und unterstützen indirekt die Skelettgesundheit. Kalzium aus fermentierten Milchprodukten wie Joghurt und Kefir sowie aus Blattgemüse bleibt unverzichtbar, ebenso wie Vitamin K2, das in gereiftem Käse und fermentierten Lebensmitteln enthalten ist und dafür sorgt, dass Kalzium in die Knochen statt in das Weichgewebe gelangt.
Vitamin D verdient besondere Beachtung, da es nicht nur eine direkte Rolle bei der Kalziumaufnahme im Darm spielt, sondern auch die Zusammensetzung der Mikrobiota beeinflusst. Was die Nahrungsergänzung betrifft, können Probiotika auf der Basis spezifischer Stämme wie Lactobacillus reuteri oder im Zusammenhang mit der Knochengesundheit untersuchte Mehrstamm-Kombinationen eine gezielte Unterstützung darstellen – stets im Rahmen eines individuell abgestimmten Ernährungsplans, der das Entzündungs- und Hormonprofil der jeweiligen Person berücksichtigt.
In der Colombo-Methode wird die Skelettgesundheit unter Berücksichtigung des gesamten physiologischen Gesamtbildes der Person betrachtet – vom Entzündungsprofil über den Zustand der Mikrobiota bis hin zum Hormonhaushalt –, denn die Prävention von Osteoporose funktioniert am besten, wenn wir bereits eingreifen, bevor sich ein bereits bestehendes Problem offenbart.
Wenn Sie über 50 Jahre alt sind, sich in den Wechseljahren befinden oder sich dieser Lebensphase nähern, könnte dies der richtige Zeitpunkt sein, Ihren Entzündungs- und Darmzustand zu überprüfen: Zu diesem Zweck lade ich Sie herzlich zu einem Beratungsgespräch in meinen Praxen in Pontresina, Lugano und Zürich oder online ein.
Ricevi un nuovo articolo ogni settimana
Ricevi gratuitamente i migliori articoli del Metodo Colombo, approfondimenti scientifici e consigli pratici per migliorare salute, metabolismo e benessere. Quando vorrai fare il passo successivo, potrai sempre prenotare un consulto personalizzato.