24 Okt. Wie können wir erkennen, ob unser Körper gut altert?
Wenn wir über Langlebigkeit sprechen, denken wir unweigerlich zuerst an das kalendarische Alter… aber die eigentliche Frage, die wir uns stellen sollten, lautet anders: Wie altert unser Körper wirklich?
Sie müssen nämlich wissen, dass nicht das Geburtsjahr darüber entscheidet, wie vital oder widerstandsfähig wir sind, sondern eine Reihe tiefergehender biologischer Signale, die Aufschluss über unseren zukünftigen Gesundheitszustand geben können. In den letzten Jahren hat die Forschung enorme Fortschritte bei der Messung des biologischen Alters (das den tatsächlichen Zustand unseres Gewebes, unserer Energie und unserer Funktionsreserven widerspiegelt) gemacht, und zwar mithilfe innovativer Instrumente, die eine tiefgehende Analyse ermöglichen, wie epigenetische Tests, Redox-Bilanz-Analysen und Darmparameter, die sich als wirklich zuverlässige Prädiktoren für den individuellen Alterungszustand erweisen.
Das epigenetische Alter basiert beispielsweise auf der Analyse chemischer Veränderungen in der DNA, wie der Methylierung: Zeichen, die die genetische Sequenz nicht verändern, aber ihre Expression beeinflussen und von Umwelt-, Ernährungs- und emotionalen Faktoren beeinflusst werden.
Eine im JAMA Network veröffentlichte Studie hat gezeigt, dass Frauen mit einem beschleunigten epigenetischen Alter eine deutlich geringere Wahrscheinlichkeit hatten, 90 Jahre in guter Gesundheit zu erreichen, d. h. mit erhaltenen kognitiven Fähigkeiten und Mobilität: Dies macht deutlich, wie sehr unser Lebensstil unsere biologische Uhr beeinflussen kann.
Im Gegensatz zum chronologischen Alter, das unaufhaltsam voranschreitet, kann das epigenetische Alter verändert, verlangsamt und manchmal sogar teilweise umgekehrt werden, jedoch nur mit dem richtigen Bewusstsein und gezielten Maßnahmen.
Daneben gibt es einen weiteren, oft übersehenen Indikator: die Redox-Bilanz, also das Gleichgewicht zwischen oxidierenden Molekülen wie freien Radikalen und den antioxidativen Abwehrkräften des Körpers.
Wenn dieses Gleichgewicht gestört ist, beschleunigt der oxidative Schaden die degenerativen Prozesse, beeinträchtigt die Mitochondrien und löst eine chronische, leichtgradige Entzündung aus, die eine vorzeitige Alterung begünstigt, einen heimtückischen und stillen Zustand. Die Forschung hat außerdem gezeigt, dass die Redox-Bilanz nicht nur auf systemischer Ebene Einfluss hat: Auch die Darmflora wird stark davon beeinflusst. In diesem Zusammenhang hat eine in Nature Reviews Gastroenterology & Hepatology veröffentlichte Studie gerade gezeigt, dass die Darmmikrobiota in einem Kontext anhaltenden oxidativen Stresses eine Verarmung der nützlichen Arten erfährt, was sich auf das gesamte Immunsystem und den Stoffwechsel auswirkt.
Gerade der Darm spielt mit dem Fortschreiten der Forschung eine immer wichtigere Rolle bei der Bestimmung der Qualität unseres Alterns. Die Vielfalt und das Gleichgewicht seiner Bakterienpopulationen (Mikrobiota) sind in der Tat immer zuverlässigere Indikatoren für den biologischen Gesundheitszustand: Wenn die Mikrobiota reichhaltig und stabil ist, fördert sie die Produktion von Schutzstoffen wie kurzkettigen Fettsäuren, verbessert die Entzündungsreaktion und trägt zur Synthese von Vitaminen und Neurotransmittern bei. Ist sie hingegen gestört (also in einem dysbiotischen Zustand), treten typische Anzeichen auf, die oft unterschätzt oder mit anderen Symptomen verwechselt werden: Blähungen, Müdigkeit, Stimmungsschwankungen und Konzentrationsschwäche.
An dieser Stelle stellt sich natürlich die Frage: Wie können wir eingreifen?
Die erste Antwort lautet, wie so oft, Ernährung. Die Auswahl der Lebensmittel hat einen direkten und messbaren Einfluss auf das biologische Alter: Eine Ernährung, die reich an pflanzlichen Lebensmitteln, Ballaststoffen, frischen und unverarbeiteten Lebensmitteln ist, kann das Epigenom positiv beeinflussen, die Mikrobiota unterstützen und das Redox-Gleichgewicht verbessern.
In einer kürzlich durchgeführten Studie mit Erwachsenen in den USA zeigte sich, dass ein Ernährungsindex, der entwickelt wurde, um die Fähigkeit der Ernährung zur Unterstützung der Mikrobiota (DI-GM) zu messen, mit einer langsameren biologischen Alterung verbunden ist: Das bedeutet, dass das, was wir täglich auf unseren Teller legen, in ständigem Dialog mit unseren Genen, unseren Mitochondrien und unseren Darmbakterien steht und deren Verhalten beeinflusst.
Auch eine gut abgestimmte und individuell angepasste Nahrungsergänzung kann eine konkrete Unterstützung bieten.
Einige Nährstoffe sind im Zusammenhang mit der Langlebigkeit besonders interessant: Omega-3-Fettsäuren tragen beispielsweise zur Stabilität der Zellmembranen bei und haben eine gut dokumentierte entzündungshemmende Wirkung. Coenzym Q10 unterstützt die Mitochondrienfunktion und schützt vor oxidativen Schäden, während Polyphenole, die in Lebensmitteln wie grünem Tee, Kurkuma und Beeren enthalten sind, auf mehreren Ebenen wirken: als Antioxidantien, als epigenetische Modulatoren und als Schutzstoffe für die Darmflora.
Wir sollten immer daran denken, dass die Nahrungsergänzung nicht isoliert wirkt: Sie muss in einen größeren Zusammenhang eingebettet werden, der eine individuelle Beurteilung, eine richtige Ernährung, einen guten Schlaf-Wach-Rhythmus und ein effektives Stressmanagement umfasst.
Bei der Colombo-Methode findet all dies Platz in einem präzisen, strukturierten und vollständig maßgeschneiderten Programm, bei dem jede Person in ihrer Komplexität bewertet wird: Dabei werden Elemente wie Stoffwechselmarker, Redox-Status, Schlafqualität, Darmfunktion und, falls erforderlich, auch epigenetische Analysen untersucht, um den Rhythmus der Zellalterung zu verstehen.
Auf diese Weise können wir das biologische Alter ermitteln, um zu verstehen, an welchem Punkt unseres Lebensweges wir uns befinden, und Schritt für Schritt eine nachhaltige Strategie entwickeln, die darauf abzielt, unseren Alterungsprozess zu verlangsamen.
Wenn Sie das Gefühl haben, dass Ihr Körper einer gründlicheren Untersuchung bedarf, wenn Sie herausfinden möchten, wie Ihr Organismus tatsächlich altert, und wirksam eingreifen möchten, lade ich Sie ein, einen ersten Beratungstermin mit mir zu vereinbaren: Ich empfange Sie in meinen Praxen in Lugano, Zürich und Pontresina oder, wenn es Ihnen lieber ist, auch online.
Heute anzufangen kann einen großen Unterschied für Ihre Zukunft machen!