Klotho: das Langlebigkeitsprotein

Es gibt ein Protein in unserem Körper, über das außerhalb der Forschung noch kaum gesprochen wird, doch die wissenschaftliche Gemeinschaft betrachtet es heute als eines der vielversprechendsten Moleküle in der Erforschung des Alterns und der Langlebigkeit. Es heißt Klotho, ein Name, der aus der griechischen Mythologie stammt, wo Cloto eine der drei Moiren war, die den Faden des Lebens spann, und die Wahl des Namens war kein Zufall: Seine Konzentrationen im Blut stehen in direktem Zusammenhang damit, wie gut und wie lange wir leben.

Das Klotho-Protein wird hauptsächlich von den Nieren und dem Plexus choroideus im Gehirn produziert, zirkuliert in löslicher Form im Blut und wirkt als regelrechter systemischer Regulator; Es ist an der Herz-Kreislauf-Gesundheit, der Nierenfunktion, der Insulinsensitivität, der kognitiven Leistungsfähigkeit und der Entzündungsmodulation beteiligt, was bedeutet, dass wir von einem Faktor sprechen, der fast alle Mechanismen beeinflusst, die wir mit der Qualität des Alterns in Verbindung bringen.

Das Problem ist, dass seine Produktion ab dem 40. Lebensjahr allmählich abnimmt, und dieser Rückgang geht Hand in Hand mit dem Auftreten jener Anzeichen, die wir gemeinhin dem Alter zuschreiben: Arterienverhärtung, Muskelabbau, kognitive Verlangsamung, Verschlechterung der Nierenfunktion und Zunahme chronischer Entzündungen.

Eine 2023 in JAMA Internal Medicine veröffentlichte Studie hat die Klotho-Plasmaspiegel bei über 6.000 Erwachsenen analysiert und gezeigt, dass diejenigen mit niedrigeren Konzentrationen dieses Proteins ein deutlich höheres Sterberisiko hatten als diejenigen mit höheren Werten, unabhängig von anderen Risikofaktoren wie Alter, Geschlecht, Rauchen und chronischen Erkrankungen: Diese Erkenntnis ist besonders relevant, da sie bestätigt, dass Klotho als unabhängiger Marker für Langlebigkeit fungieren kann, den herkömmliche Routineuntersuchungen nicht erfassen können.

Auch in kognitiver Hinsicht lieferte die Forschung ebenso interessante Ergebnisse: Das Klotho-Protein wirkt als neuroprotektiver Faktor, und verschiedene Studien haben gezeigt, dass höhere Werte mit einer besseren Gedächtnisleistung, Aufmerksamkeit und Verarbeitungsgeschwindigkeit verbunden sind, insbesondere bei Menschen über 60. Eine 2023 in Cell Reports veröffentlichte Studie hat gezeigt, dass die Verabreichung einer einzigen Dosis eines Klotho-Fragments bei älteren Tiermodellen ausreichte, um die kognitiven Funktionen schnell und messbar zu verbessern, was konkrete Perspektiven auch für die Prävention des neurodegenerativen Verfalls beim Menschen eröffnet. Diese Daten veranlassen die wissenschaftliche Gemeinschaft dazu, Klotho als potenzielles therapeutisches Ziel für Erkrankungen wie Alzheimer und leichte kognitive Beeinträchtigung zu betrachten – zwei der größten Sorgen für Menschen über 50.

Aber können wir etwas tun, um den Klotho-Spiegel hoch zu halten?

Die Antwort lautet ja, und das Ermutigende daran ist, dass die wichtigsten Mittel genau die sind, mit denen wir täglich in unseren Ernährungsplänen arbeiten. Regelmäßige aerobe körperliche Betätigung ist einer der Faktoren, den die Forschung am stärksten mit einer erhöhten körpereigenen Klotho-Produktion in Verbindung gebracht hat: zügiges Gehen, Schwimmen, Radfahren und Aktivitäten mit moderater Intensität haben positive Auswirkungen auf den Spiegel dieses Proteins im Blut gezeigt.

Eine kontrollierte Kalorienrestriktion, insbesondere Strategien des intermittierenden Fastens, wirkt in die gleiche Richtung und regt Zellreparaturmechanismen an, die indirekt die Klotho-Produktion unterstützen.

Was die Ernährung angeht, spielt eine ausreichende Zufuhr von Vitamin D eine Schlüsselrolle, da ein direkter Zusammenhang zwischen dem Vitamin-D-Spiegel und der Klotho-Expression in den Nieren besteht – ein Aspekt, der vor allem ab 50 Jahren Beachtung verdient, da sowohl Vitamin D als auch Klotho dann tendenziell gleichzeitig abnehmen und so einen Teufelskreis schaffen, der die Alterung in vielerlei Hinsicht beschleunigt.

Omega-3-Fettsäuren, insbesondere EPA und DHA aus fettem Fisch oder gezielten Nahrungsergänzungsmitteln, tragen dazu bei, die Klotho-Expression zu unterstützen, indem sie chronische Entzündungen reduzieren, die dessen Produktion hemmen. Auch einige Polyphenole, darunter Quercetin und Resveratrol, haben in Vorstudien gezeigt, dass sie den Spiegel dieses Proteins positiv beeinflussen können, und ihr regelmäßiger Verzehr über Beeren, Zwiebeln, rote Trauben und grünen Tee sollte als Teil einer auf Langlebigkeit ausgerichteten Ernährungsstrategie betrachtet werden.

Was die Nahrungsergänzung angeht, sind Vitamin D und Omega-3 in individuell auf der Grundlage von Blutuntersuchungen abgestimmten Dosierungen der solideste Ausgangspunkt, während die Einnahme spezifischer Polyphenole von Fall zu Fall je nach dem individuellen Profil und dem Entzündungsstatus des Kunden bewertet werden muss.

In der Colombo-Methode integrieren wir zahlreiche Marker, die wir im Rahmen der fortgeschrittenen Prävention auswerten, denn die Messung all dieser Werte liefert uns klare Informationen über den biologischen Verlauf des Kunden, die kein anderer Test liefern kann.

Wenn wir diese Daten mit den epigenetischen Profilen, den Entzündungsmarkern und dem vollständigen Stoffwechselbild kombinieren, erhalten wir ein äußerst präzises Bild davon, wie der Körper altert und wo wir eingreifen können, um den Prozess konkret und individuell zu verlangsamen.

Wenn du spürst, dass sich dein Körper verändert, und verstehen möchtest, was unter der Oberfläche wirklich vor sich geht, freue ich mich auf ein erstes Beratungsgespräch in meinen Praxen in Pontresina, Lugano und Zürich oder online.

KOSTENLOSES VORGESPRÄCH BUCHEN
 
Newsletter abonnieren