Von der Mikrobiota bis zu den Hormonen: Der neue Ansatz für den Stoffwechsel nach dem 50. Lebensjahr

Nach Überschreiten der Schwelle von 50 Jahren beginnt unser Körper, physiologische Veränderungen zu zeigen, die durch den Alterungsprozess bedingt sind und still, aber progressiv verlaufen: So fällt es uns beispielsweise schwerer, unser Idealgewicht zu halten, der Stoffwechsel scheint sich zu verlangsamen, die Verteilung des Körperfetts verändert sich, es treten Veränderungen in der Schlafqualität und im Stressmanagement auf.

All dies geht auch mit einer veränderten Hormonregulation einher, die sowohl Männer als auch Frauen betrifft: Menopause, Andropause und Veränderungen der Schilddrüsen- oder Stoffwechselhormone treten in eine Übergangsphase ein, die sich direkt auf unsere Gesundheit und unsere tägliche Vitalität auswirkt.

Normalerweise neigen wir dazu, diese Phänomene als unvermeidliche Folgen des Alters zu betrachten, aber allzu oft vergessen wir, wie wichtig die Ernährung für den Hormonhaushalt und den Stoffwechsel ist, da sie dazu beiträgt, den Alterungsprozess zu verlangsamen und Energie und Funktionsfähigkeit zu erhalten.

Der Rückgang des Östrogenspiegels bei Frauen und des Testosteronspiegels bei Männern gehört zu den offensichtlichsten Faktoren dieser Veränderungen: Beide Hormone haben Funktionen, die weit über den Bereich der Fortpflanzung hinausgehen, da sie auch Einfluss auf die Muskelmasse, den Knochenstoffwechsel, die Ansammlung von Bauchfett und sogar auf die Stimmung haben. Gleichzeitig nimmt die Insulinsensitivität tendenziell ab und es kommt leichter zur Ansammlung von viszeralem Fett (das wiederum chronische Entzündungsprozesse begünstigt).

Eine im Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism veröffentlichte Studie hat gezeigt, dass der Rückgang des Östrogenspiegels mit einer erhöhten Insulinresistenz und einer größeren Neigung zur Ansammlung von Bauchfett zusammenhängt: Dies erklärt, warum viele Frauen nach den Wechseljahren trotz ähnlicher Ernährungsgewohnheiten wie zuvor leichter an Gewicht zunehmen.

Bei Männern ist die Situation nicht anders: Der fortschreitende Rückgang des Testosteronspiegels kann den Verlust von Muskelmasse begünstigen und die Neigung zu einer Verlangsamung des Stoffwechsels verstärken.

Der zweite entscheidende Aspekt ist eine leichte Entzündung, die oft durch eine Ernährung mit viel Einfachzucker, gesättigten Fetten und verarbeitetem Fleisch begünstigt wird: ein Zustand, der die Hormonempfindlichkeit weiter verändert und die Gewebealterung beschleunigt.

Eine in Nature Reviews Endocrinology veröffentlichte Arbeit hat hervorgehoben, wie das sogenannte „Inflammaging”, also die mit dem Alter verbundene chronische Entzündung, zu Hormonstörungen und einer Verschlechterung des Stoffwechsels beiträgt und wie die Ernährung in diesem Zusammenhang eines der wirksamsten Mittel ist, um Entzündungen zu modulieren und ihre Auswirkungen zu verringern.

Aber wie können wir den Hormonhaushalt wieder ins Gleichgewicht bringen? Sicherlich nicht mit drastischen Maßnahmen, sondern durch bewusste und kontinuierliche Ernährungsentscheidungen. Ballaststoffe spielen dabei immer eine entscheidende Rolle: Sie verbessern nicht nur die Insulinsensitivität, sondern modulieren auch unsere Darmflora, die wiederum die Produktion und Regulierung von Hormonen wie Leptin und Ghrelin beeinflusst, die für das Hunger- und Sättigungsgefühl verantwortlich sind.

Hülsenfrüchte, grünes Blattgemüse, frisches Obst und Ölsaaten sind daher wichtige Lebensmittel, die täglich in unsere Ernährung aufgenommen werden sollten.

Auch der Proteingehalt verdient besondere Aufmerksamkeit: Diese Nährstoffe unterstützen nämlich die Muskelmasse, wirken der Sarkopenie entgegen und fördern einen aktiveren Stoffwechsel. Die besten Quellen sind fetter Fisch (der auch reich an Omega-3-Fettsäuren mit entzündungshemmender und herzschützender Wirkung ist), Eier und Hülsenfrüchte.

Unter bestimmten Umständen, insbesondere wenn klinische Analysen und Bewertungen dies nahelegen, kann es sinnvoll sein, unter Anleitung Ihres Ernährungsberaters auch auf gezielte Nahrungsergänzungsmittel zurückzugreifen. Vitamin D beispielsweise nimmt mit zunehmendem Alter physiologisch ab, und sein Mangel wirkt sich sowohl auf den Knochenstoffwechsel als auch auf den Hormonhaushalt aus, aber auch Magnesium, das für die Muskel- und Nervenfunktion unerlässlich ist, ist ein Mineral, an dem es häufig mangelt.

Auch Vitamin K2 verdient besondere Aufmerksamkeit, da es zusammen mit Vitamin D dazu beiträgt, Kalzium richtig in die Knochen zu leiten und zu verhindern, dass es sich in den Arterien ablagert.

Schließlich kann bei einer Darmdysbiose die Ergänzung mit bestimmten Bakterienstämmen die Wiederherstellung einer ausgewogenen Mikrobiota fördern, was sich positiv sowohl auf die Verdauung als auch auf den Hormonhaushalt auswirkt.

Ich werde natürlich nie müde werden, dies zu betonen: Jede Nahrungsergänzung muss immer sorgfältig abgewogen, individuell angepasst und in einen klar definierten Ernährungs- und klinischen Kontext durch einen Gesundheitsexperten eingebettet werden.

Die Colombo-Methode basiert auf all diesen Faktoren und ist das Ergebnis von über 20 Jahren Erfahrung in diesem Bereich, mit dem Bewusstsein, dass der Stoffwechsel, insbesondere nach dem 50. Lebensjahr, nicht nur in Bezug auf Kalorien oder einzelne Nährstoffe betrachtet werden kann und darf, sondern dass ein multidisziplinärer Ansatz erforderlich ist, der die Wechselwirkungen zwischen Hormonen, Darm, Immunsystem und Lebensstil berücksichtigt.

Aus diesem Grund beginnt jeder unserer Programme mit einer gründlichen Untersuchung, die eine Analyse der Darmflora, eine Bewertung der Hormonfunktion, des Stresses, der Schlafqualität, der Stoffwechselparameter und der Entzündungsmarker umfasst: Nur auf der Grundlage dieser vollständigen Übersicht ist es möglich, personalisierte Strategien zu entwickeln, die Ernährung, eventuelle Nahrungsergänzungsmittel und Empfehlungen für gezielte körperliche Aktivitäten kombinieren.

Die individuelle Anpassung jedes Programms ist daher das entscheidende Element: Zwei Menschen gleichen Alters und mit gleichem Gewicht können völlig unterschiedliche Ungleichgewichte aufweisen und unterschiedliche Ansätze erfordern.

Wenn Sie spüren, dass sich Ihr Körper verändert und Sie verstehen möchten, wie Sie das Gefühl von Wohlbefinden und Vitalität wiederfinden können, das Ihnen schon zu lange fehlt, lade ich Sie ein, einen ersten Termin in meinen Praxen in Lugano, Pontresina oder Zürich oder online zu vereinbaren: Gemeinsam können wir an der Erstellung eines personalisierten Programms arbeiten, das eine echte Investition in Ihre Gesundheit darstellt, heute und in den kommenden Jahren.

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