Emotionaler Hunger und Esssucht: Der Kreislauf zum Durchbrechen

Immer häufiger habe ich es mit Patienten zu tun, die unter emotionalem Hunger und Esssuchtproblemen leiden: Zwei nicht zu unterschätzende Probleme, die, wenn sie vernachlässigt werden, schnell zur Anhäufung von viel Gewicht (bis hin zur Fettleibigkeit) mit allen daraus resultierenden Risiken (erhöhtes kardiovaskuläres Risiko, Auftreten von degenerativen Krankheiten und erhöhter Stress und psychische Belastung) führen können.

Diese Verhaltensweisen werden von biochemischen Reaktionen diktiert, die eine sehr starke Wirkung haben können: Tatsächlich sind es Komponenten wie Dopamin und Cortisol, die bei allen Formen der Esssucht eine entscheidende Rolle spielen.

Cortisol, auch als Stresshormon bekannt, löst nicht nur den Kampf- oder Fluchtinstinkt aus, sondern reguliert auch die Art und Weise, wie unser Körper Kohlenhydrate, Fette und Proteine verwertet: Je gestresster wir sind, desto mehr steigt der Spiegel dieses Hormons und damit auch das Verlangen nach zuckerhaltigen, fettigen und salzigen Lebensmitteln.

Wenn wir diese Lebensmittel zu uns nehmen, die sehr gut schmecken (Süssigkeiten, Kekse, Brötchen, Pizza, Aufschnitt, um nur einige zu nennen), kommt es zu einem Anstieg von Dopamin, einem endogenen Neurotransmitter, der das Gefühl von Vergnügen und Belohnung verstärkt.

Es ist daher leicht zu verstehen, wie wir leicht in einen Strudel geraten können, aus dem es schwierig ist, wieder herauszukommen: Jedes Mal, wenn wir gestresst oder gelangweilt sind, erhöhen wir die Produktion von Cortisol, was wiederum das Verlangen nach “Junk”-Food steigert und uns mit dem daraufhin produzierten Dopamin belohnt. Am Ende dieses Prozesses kehren wir wieder in ein Stadium von Stress und Langeweile zurück und der Kreislauf wiederholt sich.

Je mehr wir diesen Aspekt vernachlässigen, desto mehr (laut einer in der Zeitschrift Psychoneuroendocrinology veröffentlichten Studie) akkumulieren wir mesenteriales Fett (verantwortlich für abdominale Adipositas), dass die Aktivität der Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden-Achse (unser Stressreaktionssystem) hemmt.

Denn wenn wir gestresst, traurig oder schlecht gelaunt sind, suchen wir nicht nach gesunden Lebensmitteln, Gemüse oder Obst, sondern greifen immer zu Süssigkeiten, Schokolade oder Chips.

In diesem Zusammenhang hat eine aktuelle Studie der State University of New York gezeigt, dass die Suche nach Trost-Essen auf starke emotionale Erfahrungen zurückzuführen ist, die wir in der Vergangenheit gemacht haben: Laut den Forschern ist es nämlich möglich, dass Mama und Papa es in der Kindheit gewohnt waren, Erfolge oder wichtige Anlässe mit einem guten Kuchen oder Eis zu feiern, oder sogar mit einem schönen Abendessen im Freien: Wenn wir uns dann ängstlich fühlen, kann das Essen eines dieser Lebensmittel eine sofortige Verbindung (und unbewusst) zu dieser Zeit beruhigend sein.

Wie können wir aus diesem Teufelskreis herauskommen?

Das erste, was zu tun ist, ist, einen Ernährungsfachmann zu konsultieren: Nur er wird in der Lage sein, uns auf korrekte Weise zu einer adäquaten Lösung des Problems zu führen und er wird uns sagen können, ob wir betroffen sind. Selbstdiagnosen fügen dem Stress noch mehr Stress hinzu und verschlimmern das Problem weiter.

Das Ernährungstagebuch ist ein sehr nützliches Instrument, um zu versuchen, alle unsere Verhaltensweisen zu rekonstruieren (und kann auch für den Ernährungsberater eine grosse Hilfe sein, der sich ein klares Bild von der Situation machen kann).

Unkontrollierter emotionaler Hunger kann sich auch zu einer Essenssucht entwickeln (die meisten Nahrungsmittel, die wir in diesen Zuständen suchen, sind reich an süchtig machenden Substanzen wie Zucker).

Es gibt wirksame Lösungen, um diesen Heisshunger auf Junk-Food zu bekämpfen, wie z.B. intermittierendes Fasten oder richtige Zyklen der ketogenen Diät: zwei nützliche Wege, um den Stoffwechsel unseres Körpers zurückzusetzen, indem das Verlangen nach Zucker verringert wird.

Auch der mentale Aspekt sollte angesprochen werden: Entspannungstechniken, achtsames Essen und körperliche Aktivität können echte Allheilmittel sein, um negative Gedanken loszuwerden und mit nervösen Hungerattacken anders umzugehen.

Wenn Sie glauben, unter nervösen Heisshungerattacken oder Zuckersucht zu leiden oder gelitten zu haben und mit einem Ernährungsberater darüber sprechen möchten, können Sie unter diesem Link eine Erstberatung buchen.


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