MASLD: eine neue Erkrankung, die besondere Aufmerksamkeit erfordert

Die Fettleber ist eine der häufigsten Erkrankungen, die bei Routineuntersuchungen festgestellt werden: Oft tritt sie ohne erkennbare Symptome auf, mit nur leicht veränderten oder sogar innerhalb der Norm liegenden Untersuchungsergebnissen, und gerade wegen dieser scheinbaren Normalität wird sie unterschätzt. Tatsächlich signalisiert das Vorhandensein von Fett in der Leber eine tiefgreifende Veränderung im Stoffwechsel des Körpers, die der Entwicklung komplexerer Erkrankungen um Jahre vorausgeht.

In den letzten Jahren hat die Forschung gezeigt, dass die Fettleber Teil eines umfassenderen Bildes metabolischer Dysfunktion ist, sodass sie in MASLD umbenannt wurde, eine Abkürzung für „metabolische Adipositas und Lebererkrankung“, bei der die Leber zu einem Zielorgan eines chronischen Energieungleichgewichts wird und eine Belastung durch Zucker, Fette und Insulin bewältigen muss, die ihre Kompensationsfähigkeit übersteigt.

Aus physiologischer Sicht reguliert die Leber das Gleichgewicht zwischen Energiespeicherung und -verbrauch: Wenn die Kalorienzufuhr den tatsächlichen Verbrauch ständig übersteigt und die Insulinsensitivität abnimmt, wird ein Teil der überschüssigen Energie in Triglyceride umgewandelt und in der Leber gespeichert. ein Prozess, der auch ohne Übergewicht auftreten kann, insbesondere wenn sich das Fett vor allem im Viszeralbereich ansammelt.

Zahlreiche Studien haben gezeigt, dass Fettleber mit einem signifikant erhöhten Risiko für Typ-2-Diabetes verbunden ist: Eine in Diabetes Care veröffentlichte Metaanalyse hat beispielsweise gezeigt, dass Menschen mit Fettleber eine deutlich höhere Wahrscheinlichkeit haben, im Laufe der Zeit glykämische Veränderungen zu entwickeln. Dies erklärt, warum Fettleber den Beginn eines dysfunktionalen Stoffwechsels darstellen kann, der oft noch reversibel ist.

In der klinischen Praxis geht eine Fettleber häufig mit Symptomen einher, die im Laufe der Jahre als normal angesehen werden: zunehmender Taillenumfang, Schwierigkeiten bei der Gewichtskontrolle, Müdigkeit nach den Mahlzeiten, abendlicher Hunger, erhöhte Triglyceridwerte und sehr hohe Blutzuckerwerte. All diese Faktoren zusammen genommen ergeben ein kohärentes Bild einer verminderten Stoffwechselflexibilität.

Auch die Verteilung der Nahrungsaufnahme über den Tag hinweg spielt eine wichtige Rolle: Unregelmäßige Mahlzeiten, Kalorienkonzentration in wenigen Wochenmomenten, regelmäßiger Zuckerkonsum, übermäßiger Alkoholkonsum und zu große Portionen tragen zu einer erhöhten Belastung der Leber bei, woraufhin die Leber versucht, sich anzupassen, bis sie ihre Grenzen überschreitet und beginnt, alles anzusammeln.

Die therapeutische Reaktion ist vor allem in den Anfangsphasen sehr wirksam, insbesondere wenn die Maßnahme strukturiert und für die Person nachhaltig ist. Das Ziel ist immer, den Energieüberschuss zu reduzieren und die Qualität der Insulinreaktion zu verbessern, mit einer Ernährung, die langfristig Sättigung, glykämische Stabilität und den Erhalt der Muskelmasse gewährleistet, um so die Voraussetzungen zu schaffen, dass die Leber den Fettgehalt schrittweise reduzieren kann.

Eine angemessene Proteinzufuhr fördert die Appetitkontrolle und unterstützt die Magermasse, ein zentrales Element der Stoffwechselregulation. Ebenso ermöglicht die Entscheidung für Vollkorngetreide und Hülsenfrüchte eine stabilere Blutzuckerkontrolle und eine bessere Appetitkontrolle und fördert zudem das Wohlbefinden des Darms. Die Reduzierung von Einfachzuckern, zuckerhaltigen Getränken und Alkohol ist eine der wirksamsten Maßnahmen zur Entlastung der Leber, und auch die Qualität der Nahrungsfette trägt zusätzlich zur Kontrolle von Entzündungen und des Lipidprofils bei.

Das Körpergewicht bleibt ein entscheidender Faktor. Eine in Gastroenterology veröffentlichte Studie hat gezeigt, dass eine allmähliche und dauerhafte Gewichtsabnahme mit einer signifikanten Verringerung der Steatohepatitis und in vielen Fällen mit einer Verbesserung der Leberfibrose verbunden ist. Dies unterstreicht einmal mehr die Fähigkeit der Leber, sich zu erholen, wenn die Stoffwechselbedingungen günstig sind.

Die Nahrungsergänzung unter strenger Anleitung Ihres Ernährungsberaters kann den Ernährungsplan gezielt mit Omega-3, Vitamin D, Vitamin E und anderen entzündungshemmenden Verbindungen ergänzen, aber ihre Wirksamkeit hängt von der Einbindung in eine kohärente und personalisierte Strategie ab.

In der Colombo-Methode wird MASLD als zentrales Anzeichen für ein systemisches Ungleichgewicht interpretiert. Aus diesem Grund wird immer eine umfassende Analyse durchgeführt, die die Krankengeschichte, die Verteilung des Körperfetts, die Ernährungsgewohnheiten, die Schlafqualität, den Stresslevel und die wichtigsten Stoffwechselparameter umfasst, um Maßnahmen zur Wiederherstellung einer effizienten und nachhaltigen Physiologie zu ergreifen und die klinischen und instrumentellen Veränderungen im Laufe der Zeit zu überwachen.

Wenn wir diesen Zustand in seinen Anfangsphasen angehen, können wir wirksamer und weniger invasiv eingreifen: Wenn dieser Zustand bei Ihren Untersuchungen festgestellt wurde oder wenn Sie einige der beschriebenen Anzeichen erkennen, könnte es sinnvoll sein, eine gezielte Ernährungsberatung bei mir in meiner Praxis (ich empfange Sie in der Schweiz, in Lugano, Pontresina und Zürich) oder online zu beginnen.

Die Buchung einer Beratung ist der erste Schritt, um sich um sich selbst zu kümmern.

KOSTENLOSES VORGESPRÄCH BUCHEN
 
Newsletter abonnieren