21 Nov. Übermäßige Insulinstimulation: die Auswirkungen der modernen Ernährung
Die ständige Wechselwirkung zwischen Ernährung, Stoffwechsel und Gesundheit hat in der heutigen Zeit eine neue Bedeutung erlangt: Insbesondere die übermäßige Insulinstimulation durch eine Ernährung, die reich an raffinierten Kohlenhydraten, Einfachzuckern und häufigen Mahlzeiten ist (typisch für die Ernährung in Industrieländern), stellt eine der größten Herausforderungen der präventiven Ernährung nach dem 50.
Wenn Insulin kontinuierlich stimuliert wird, werden Mechanismen ausgelöst, die das biologische Alter des Körpers beschleunigen und die Hormonfunktion, die Stoffwechselflexibilität und die Zelleffizienz beeinträchtigen. In diesem Zusammenhang sind fortschrittliche Instrumente wie epigenetische Tests, die Analyse des Redox-Haushalts und die Bewertung bestimmter Darmparameter von grundlegender Bedeutung für eine genaue Beurteilung des Gesundheitszustands und die Aktivierung gezielter Präventionsstrategien.
Das Problem beginnt oft schon lange vor der Diagnose von Erkrankungen wie dem metabolischen Syndrom oder ausgeprägtem Diabetes.
Eine moderne Ernährung mit einer hohen Häufigkeit raffinierter Mahlzeiten führt zu starken Blutzuckerschwankungen und einem verminderten Vorhandensein schützender Nährstoffe, wodurch die Insulinsensitivität allmählich abnimmt und im Gegenzug Fettansammlungen und mitochondriale Dysfunktionen begünstigt werden.
In einer interessanten Studie, die in Frontiers in Nutrition veröffentlicht wurde, wurde festgestellt, dass der oxidative Bilanzindex (OBS), der das Gleichgewicht zwischen Oxidations- und Antioxidationspotenzial misst, umgekehrt mit Insulinresistenz und kardiovaskulärer Mortalität assoziiert ist: Dies deutet darauf hin, dass eine übermäßige Insulinstimulation eine hohe „Redox-Belastung” verursachen kann, die die Zellreparaturfähigkeit beeinträchtigt und den Alterungsprozess beschleunigt.
Parallel dazu haben Studien zur Ernährungs-Epigenetik gezeigt, dass Ernährung und Lebensstil die DNA-Methylierung und die Histonacetylierung beeinflussen und die mit der Insulinsensitivität verbundene Genexpression verändern, was bestätigt, dass gesunde Ernährungsgewohnheiten in der Lage sind, epigenetische Marker zu verbessern und die biologische Uhr zu verlangsamen. All diese Faktoren machen deutlich, dass das Problem nicht nur mit der Menge des produzierten Insulins zusammenhängt, sondern auch mit der Häufigkeit, dem Stoffwechselkontext und der Fähigkeit des Körpers, die glykämische Belastung im Laufe der Zeit zu bewältigen.
Um diese frühen Veränderungen zu erkennen, ist daher ein umfassender Ansatz erforderlich: Epigenetische Tests ermöglichen es uns beispielsweise, DNA-Methylierungsmuster zu identifizieren, die mit einer beschleunigten Alterung verbunden sind, und liefern ein „Bild” der akkumulierten biologischen Reaktionen.
Die Redox-Bilanz hingegen bewertet Indikatoren wie Glutathion, das GSH/GSSG-Verhältnis und Anzeichen von oxidativem Stress und liefert Informationen über die Fähigkeit des Körpers, die Auswirkungen des Insulinstimulus und des Stoffwechselstresses zu neutralisieren.
Schließlich bieten uns bestimmte Darmparameter, wie die Analyse der Mikrobiota, einen Maßstab für die Stoffwechselgesundheit: Ein perfekt funktionierender Darm moduliert nämlich die Absorption, die Hormonkommunikation und die systemische Entzündungsreaktion, alles Elemente, die die Insulinsensitivität beeinflussen.
Die Lösungen sind zwar komplex, können jedoch von einem erfahrenen Ernährungsberater in gezielte Strategien umgesetzt werden: Aus ernährungsphysiologischer Sicht ist es unerlässlich, den Verzehr von Einfachzuckern und raffinierten Kohlenhydraten zu reduzieren und stattdessen langsam freisetzende Quellen (Hülsenfrüchte, Vollkorngetreide) zu bevorzugen und die Mahlzeiten mit biologisch hochwertigen Proteinen und ungesättigten Fetten zu kombinieren.
Die Begrenzung der Mahlzeitenhäufigkeit, die Förderung moderater Fastenzeiten und die Einhaltung regelmäßiger Essenszeiten tragen zur Normalisierung der Insulinstimulation bei und fördern die Stoffwechselflexibilität.
Ebenso wirken Lebensmittel wie Beeren, grüner Tee, Kurkuma und Nüsse als epigenetische und antioxidative Hilfsstoffe (die oxidativen Schäden und freien Radikalen entgegenwirken).
Im Hinblick auf eine gezielte Nahrungsergänzung können unter Anleitung und Aufsicht eines Fachmanns Nährstoffe wie Omega-3-Fettsäuren (mit herzschützender und entzündungshemmender Wirkung), Coenzym Q10 (für die Mitochondrienfunktion) und spezifische Probiotika in Betracht gezogen werden, die bei Dysbiose, Beeinträchtigung der Darmbarriere oder einem erhöhten Entzündungsprofil nützlich sind.
Bei der Colombo-Methode bilden diese erweiterten Analysen den Ausgangspunkt jedes Behandlungsplans, da jeder Mensch einzigartige Eigenschaften aufweist, die sorgfältig berücksichtigt werden müssen: von der Körperzusammensetzung über die Stoffwechselfunktionen bis hin zum Stresslevel und der Schlafqualität usw. Nur so ist es möglich, einen klaren Überblick über den Gesundheitszustand im Verhältnis zum biologischen Alter zu erhalten und eine wirklich personalisierte Strategie zu entwickeln.
Wenn wir uns heute um diese Aspekte kümmern, bereiten wir uns auf eine Zukunft mit besserer Gesundheit und höherer Lebensqualität vor. Warum also nicht gleich einen ersten Termin mit mir in meiner Praxis oder online vereinbaren? Ich empfange Sie in Lugano, Pontresina und Zürich.